Shanghai ~ Konzert „Frühling in Tibet“/ 上海 ~ 中央民族乐团《西藏春天》

cropped-img_8945.jpg

2006 hatten wir in Shanghai die Gelegenheit, im Shanghai Oriental Arts Center im Stadtbezirk Pudong ein hervorragendes Konzert mit neuer klassischer chinesischer Musik zu hören. So etwas Ähnliches suchten wir auch in den wenigen Tagen, in denen wir diesmal in Shanghai waren. Leider traten zu dieser Zeit nur westliche Künstler und Ensembles auf. Als Ersatz, so dachten wir, bot sich ein Tibet-Konzert im Shanghai City Theatre an. Dieses Theater ist im Stadtbezirk Minhang gelegen, von der Endstation einer U-Bahnlinie war es noch ein zusätzlicher Fußweg.

Das Konzert trug den Titel „Frühling in Tibet“. Die Mitwirkenden waren ein großer Chor, ein großes Orchester mit vielen klassischen chinesischen Instrumenten und mehrere Sängerinnen und Sänger. Das Besondere war, dass der eine Teil der Mitwirkenden Han-Chinesen waren (gekleidet wie in Europa üblich), der andere Teil aber aus Tibetern und Tibeterinnen bestand, die in bunter tibetischer Kleidung auftraten.

Das Theater war von ordentlicher Größe aber durchaus nicht riesig, wie es im bevölkerungsreichen China öfters der Fall sein kann. Eigentlich müssten ausgebildete Sänger/innen, die vorne an der Bühne stehen, vom ganzen Publikum gut zu hören sein. Leider hatten sie allesamt ein Mikrofon in der Hand. Auch im Bereich des Orchesters waren zahlreiche Mikrofone aufgestellt. Am rechten Rand der Bühne stapelten sich drei riesige Lautsprecherboxen und diese waren leider ordentlich aufgedreht.

Der Erfolg: Wir hatten das Gefühl, dass nicht gesungen sondern geschrieen wird. Mir schmerzten die Ohren und erst als ich meine beiden Zeigefinger ein wenig in meine Ohren steckte, wurde der Lärm erträglich und die Darbietungen zum Genuss. Allerdings schien es dem chinesischen Publikum zu gefallen. Sind Chinesen lauter als Deutsche? Sind sie daher an größere Lautstärken gewöhnt? Brauchen sie gar den Lärm, um sich wohl zu fühlen? Auf jeden Fall waren wir um eine (ein wenig unangenehme) Erfahrung reicher und verbuchten den Tag in der Rubrik „Andere Länder, andere Sitten“.

img_8933

Vor dem Konzert. Links und hinten interessante Instrumente.


img_8929Das Blasinstrument Sheng (teilweise verdeckt).


img_8940

Links vom Dirigentenpult die Chinesen (schwarz), rechts die Tibeter (bunt).


img_8945

Farbenfrohe Kleidung und verzierte Instrumente bei den Tibetern.


img_8946

Im Hintergrund wird ein Paar tibetischer Langhorntrompeten (Dungchen) gespielt.


img_8947


img_8948


img_8950Er bläst ein kleines Instrument, das in seinen Händen fast verschwindet (vielleicht eine Kürbisflöte?).


img_8952

Gesangstrio.


img_8958


img_8961

Links wird die Pipa („chinesische Laute“), rechts die Guzheng („chinesische Zither“) gespielt.


img_8966


img_8970

Auch die tibetischen Männer sind hier bunt gekleidet.


img_8977

Die 2-saitige chinesische Geige Erhu ersetzt die westliche Violine.


img_8972

Die von den Tibetern gespielten Erhus haben Verzierungen (Tierkopf) am oberen Ende der Stange.


img_8982


img_8985


img_8990


img_8996


img_8991


img_8993